Unsere Geschichte und Unsere Reise zum Wunschkind

Bereits vor der Hodenkrebs-Diagnose meines Mannes war Kinderwunsch ein Thema für uns. Als dann die Diagnose kam, hat dies alle unsere Pläne, die wir kurz zuvor geschmiedet hatten, völlig auf dem Kopf gestellt. Glücklicherweise hatte mein Mann einen sehr guten Urologen (Dr. Dominik Pernkopf), der uns jeden einzelnen Schritt vorgegeben und erklärt hat. Das hat die Situation während dieses Ausnahmezustandes etwas einfacher gemacht.
Vom Urologen kam auch die Empfehlung zur WUNSCHKIND Klinik, da hier bereits eine Kooperation bestand. Aufgrund der Krankheit meines Mannes war eine Samengewinnung nur mittels Operation möglich, bei der uns dann die nächste Hiobsbotschaft erreichte: keine Spermien vorhanden. Dies war eine der schlimmsten Nachrichten, die man in dieser Situation bekommen kann. Zuerst die Diagnose Hodenkrebs und dann noch die Information, dass man auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen kann. Es war für uns keine einfache Zeit…

Trotzdem konnten wir uns immer auf die WUNSCHKIND Klinik verlassen und fühlten uns bei jedem Schritt der Prozedur gut informiert und betreut. Auch außerhalb unserer Partnerschaft hatten wir die Möglichkeit, unsere Sorgen und Gedanken offen zu teilen und zu besprechen.


Dr. Brunbauer schlug die Option vor, es mit einer Samenspende zu versuchen und empfahl uns die European Sperm Bank. Dort wählten wir anhand äußerlicher Merkmale wie Größe, Haarfarbe, etc. einen für uns passenden Spender aus und begannen mit der Behandlung. Zu wissen, dass es sich nicht um den eigenen, biologischen Samen handelt, war eine neue Situation, mit der man umgehen musste. Mein Mann hat versucht über Informationen im Internet (auch wenn das nicht die beste Möglichkeit ist) und Büchern mehr darüber zu erfahren. Ein Buch, das uns sehr geholfen hat, ist von Ann A. Niem „Auch ein schwacher Samen findet mal ein Ei“​​​​​​​. Es geht hier nicht nur um den eigentlichen Prozess der IVF sondern auch um die körperlichen und emotionalen Belastungen währenddessen.


Glücklicherweise stand uns aber auch hier wieder das Klinikteam zur Seite, welches uns während der Vorbereitungen auf die künstliche Befruchtung sehr gut betreut hat. Vor allem die Krankenschwestern waren alle sehr geduldig (beim Erklären zur Gabe der Spritzen) und haben sich Zeit genommen. Ich hatte anfangs meine Probleme mit den Spritzen, ich hatte mir davor nie selbst welche verabreichen müssen. Die Krankenschwestern haben jeden Schritt erklärt. Auch Dr. Brunbauer hat während des gesamten Prozesses jeden Schritt genau erklärt.


Unser Sohn ist mittlerweile 1 Jahr alt und hat unser Leben bereichert. Es hat dadurch einen anderen Fokus erhalten. Auch wenn ich selbst noch immer unter einer postpartalen Depression leide, die es am Anfang mit dem kleinen Wurm nicht einfacher gemacht hat. Zum Glück gibt es genug Stellen, wo man sich Hilfe holen kann. Bei mir ist es zum Glück sehr früh durch meine Hebamme erkannt worden und es geht mir schon wieder viel besser.


Wir würden allen Paaren, die vor der Entscheidung einer künstlichen Befruchtung mit Fremdspermien stehen, raten, sich als Elternteil bewusst zu machen, dass das genetische Material nicht von einem selbst kommt, man aber dennoch für immer der Vater des Kindes bleiben wird. Wir sagen immer, dass der Spender sein „genetischer Spender ist, der sein genetisches Material zur Verfügung gestellt hat, damit wir ein Kind bekommen können. Robert wird immer der „Herzensvater“ sein.

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