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ICSI & P-ICSI: Moderne Spermienselektion für höchste Chancen bei Kinderwunsch

Viele Paare wünschen sich sehnlichst ein Kind und stehen dennoch vor großen Hürden. Besonders bei männlich bedingten Fruchtbarkeitsstörungen bietet die moderne Reproduktionsmedizin effektive Lösungen. Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) und die physiologische ICSI (P-ICSI) gehören zu den präzisesten Methoden der künstlichen Befruchtung.

In der Wunschkind Klinik Wien begleiten wir Sie mit jahrzehntelanger Erfahrung, modernster Labortechnologie und einem ganzheitlichen Ansatz auf Ihrem Weg zum Wunschkind.

 

Auf dieser Seite: 

 

Was ist ICSI – und wann kommt sie zum Einsatz?

ICSI ist eine spezielle Form der künstlichen Befruchtung, bei der ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird. Im Unterschied zur klassischen IVF, bei der sich Spermien „frei“ mit der Eizelle verbinden, ist die ICSI ein gezielter, mikrochirurgischer Eingriff.

Wann ist eine ICSI sinnvoll?

  • Männliche Infertilität: Bei stark reduzierter Spermienanzahl, schlechter Beweglichkeit oder abnormer Form der Spermien.
  • Befruchtungsversagen: Wenn eine klassische IVF zuvor keine Befruchtung erzielt hat.
  • Operative Spermiengewinnung: Wenn Spermien via TESE (Hodenbiopsie) gewonnen werden müssen.
  • Idiopathische Infertilität: Bei ungeklärtem Kinderwunsch oder wenn sich befruchtete Eizellen in der Vergangenheit nicht weiterentwickelt haben.

 

 

 

Arztzitat - Dr. Mathias Brunbauer

Manuel Weninger, Klinischer Embryologe, Wunschkind Klinik Wien

„Bei der ICSI überlassen wir nichts dem Zufall, sondern unterstützen die Natur dort, wo sie Hilfe benötigt. Durch die P-ICSI können wir gezielt die reifsten Spermien auswählen, was die Basis für eine gesunde Embryonalentwicklung und eine erfolgreiche Schwangerschaft bildet.“

 

P-ICSI: Höhere Präzision durch physiologische Selektion

Die physiologische ICSI (P-ICSI) ist eine Weiterentwicklung der klassischen ICSI. Während bei der ICSI das Spermium optisch ausgewählt wird, nutzt die P-ICSI Hyaluronsäure als Marker, um reife und genetisch intakte Spermien zu identifizieren.

Diese Methode kann die Embryoqualität sowie die Einnistungschancen verbessern – vor allem bei Paaren mit hoher Sperm DNA Fragmentation (SDF). P-ICSI hilft hier gezielt dabei, Spermien mit intakter DNA zu selektieren.

 

ICSI-Ablauf im Labor, erklärt von Manuel Weninger, Klinischer Embryologe

Wie sieht die Arbeit im Labor eigentlich aus? Unser klinischer Embryologe Manuel Weninger teilt in diesem Video exklusive Einblicke in seine tägliche Arbeit, den präzisen Ablauf der Spermieninjektion und seine langjährige Erfahrung.

„Im Labor wird Präzision zur Herzensangelegenheit: Mit der ICSI geben wir jeder Eizelle die beste Chance, zu einem neuen Leben zu werden.“

 

Der Ablauf einer ICSI-Behandlung

Wie lange dauert eine ICSI-Behandlung im Durchschnitt? In der Regel müssen Sie mit etwa 3 bis 4 Wochen rechnen.

Phase Dauer Beschreibung
1. Planung 1 Tag Beratungsgespräch, Zyklusplanung & Spermiogramm
2. Hormonstimulation 10–14 Tage Reifung mehrerer Eizellen
3. Follikelpunktion 1 Tag Entnahme der Eizellen unter leichter Sedierung
4. ICSI & Labor Am Tag der Punktion Auswahl & Injektion des Spermiums
5. Embryokultur 3-5 Tage Beobachtung der besten Embryonen
6. Embryotransfer 1 Tag Einsetzen des Embryos in die Gebärmutter
7. Schwangerschaftstest 10–14 Tage später Bluttest zur Feststellung der Schwangerschaft

 

Der entscheidende Unterschied: IVF vs. ICSI

Obwohl beide Methoden zur künstlichen Befruchtung gehören, unterscheiden sie sich grundlegend im Moment der Befruchtung im Labor. Dr. Mathias Brunbauer erklärt in diesem Video anschaulich die Hintergründe und die Entwicklung dieser Techniken:

Klassische IVF (In-Vitro-Fertilisation): Hier werden die Eizelle und eine vorbereitete Menge an Spermien in einer Laborschale zusammengebracht. Die Befruchtung erfolgt „spontan“ – das stärkste Spermium muss die Hülle der Eizelle aus eigener Kraft durchdringen. Dies setzt eine ausreichende Anzahl an beweglichen und normal geformten Spermien voraus.

ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion): Bei der ICSI wird der Prozess der Durchdringung aktiv unterstützt. Ein einzelnes, unter dem Mikroskop ausgewähltes Spermium wird mit einer feinen Glaskapillare direkt in das Innere der Eizelle injiziert

 

IVF, ISCI, P-ISCI im direkten Vergleich

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die drei gängigsten Verfahren der künstlichen Befruchtung gegenübergestellt:

Kriterium IVF ICSI P-ICSI
Befruchtung Spontan im Labor Injektion des Spermiums Selektion & Injektion
Spermienauswahl Keine Auswahl Optisch beste Spermien Reife Spermien (Hyaluron)
Empfohlen bei Gute Samenqualität Eingeschränkte Qualität Hohe SDF / IVF-Versagen
Ziel Natürliche Selektion Sichere Befruchtung Höhere Embryoqualität
Erfolgsansatz Altersabhängig Häufig höher als IVF Höher bei SDF-Indikation
Fonds-Satz (AT) Abgedeckt Abgedeckt Teilweise privat

 

Erfolgschancen: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden?

Das Alter der Frau ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Die typischen Schwangerschaftsraten pro Single-Embryotransfer gestalten sich wie folgt:

  • Frauen unter 35 Jahren: bis zu 45–50 %.
  • Frauen zwischen 35 und 38 Jahren: etwa 35–40 %.
  • Frauen über 38 Jahren: sinkende Erfolgsraten, abhängig von Eizellanzahl und Embryoqualität.

 

Häufig gestellte Fragen 

Ob es beim ersten Mal funktioniert, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere vom Alter und der Eizellreserve. Während die Methode die Befruchtung technisch absichert , sind oft zusätzliche Maßnahmen wie P-ICSI oder Blastozystentransfer nötig, um die Einnistungschancen zu optimieren.

Die Chancen liegen je nach Alter zwischen 35 % und 50 % pro Transfer. Bei hoher DNA-Fragmentierung der Spermien zeigt die P-ICSI laut Studien oft höhere Raten als die Standard-ICSI.

Vom Erstgespräch bis zum Schwangerschaftstest vergehen meist etwa 3 bis 4 Wochen. Die reine Stimulationsphase nimmt davon ca. 10 bis 14 Tage in Anspruch.

In vielen Fällen übernimmt der IVF-Fonds bei Erfüllung der Voraussetzungen bis zu 70 % der Kosten. Wir beraten Sie hierzu gerne persönlich.

Ja. Studien zeigen, dass durch die gezielte Auswahl reifer Spermien bessere Embryonen entstehen – ohne zusätzliche Risiken für Mutter oder Kind.

 

ISCI – Aktueller Stand der Wissenschaft

Die moderne Reproduktionsmedizin bestätigt die Effektivität der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) insbesondere bei schwerer männlicher Infertilität, da sie die natürliche Barriere der Eizellhülle technisch überwindet. Aktuelle Studien betonen jedoch, dass die rein visuelle Auswahl der Spermien bei der Standard-ICSI an Grenzen stößt, wenn eine hohe DNA-Fragmentierung vorliegt.

Hier setzt die P-ICSI an: Die Forschung belegt, dass die Bindung an Hyaluronsäure ein verlässlicher Biomarker für die genomische Integrität und die physiologische Reife eines Spermiums ist. Große klinische Studien und Meta-Analysen weisen darauf hin, dass der Einsatz von P-ICSI zwar die generelle Lebendgeburtenrate nicht in jedem Fall drastisch steigert, aber das Risiko für Fehlgeburten signifikant senken kann, da genetisch stabilere Embryonen entstehen.

Zudem gewinnt die Erkenntnis an Bedeutung, dass die mechanische Aktivierung der Eizelle während des ICSI-Prozesses die mitochondriale Funktion positiv beeinflussen kann, was besonders bei Patientinnen mit Endometriose oder fortgeschrittenem Alter die Befruchtungsraten stabilisiert.

Quellenverzeichnis

  • Beck-Fruchter, R., Shalev, E., & Weiss, A. (2016). Physiological sperm selection prior to intracytoplasmic sperm injection. Cochrane Database of Systematic Reviews, (9). https://doi.org/10.1002/14651858.CD010303.pub2

  • Cleveland Clinic. (2025). Intracytoplasmic Sperm Injection: Purpose, Procedure. https://my.clevelandclinic.org/health/treatments/22463-intracytoplasmic-sperm-injection

  • Kirby, E. W., Wiener, J. S., Rajanahally, S., Crowell, K., & Coward, R. M. (2022). Undergoing ICSI for male factor infertility: a systematic review of the impact of sperm DNA fragmentation. Fertility and Sterility, 117(2), 212-224.

  • Miller, D., Pavitt, S., Sharma, V., Forbes, G., Bhattacharya, S., Kirkman-Brown, J., ... & West, R. (2019). Physiological, hyaluronan-selected intracytoplasmic sperm injection for infertility treatment (HABSelect): a parallel-group, blinded, randomised controlled trial. The Lancet, 393(10170), 416-427. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)32989-1

  • West, R., Campbell, M. J., Costello, T., Gentry, T., Miller, D., Pavitt, S., ... & Sharma, V. (2022). Effect of hyaluronic acid-selected sperm injection (PICSI) on live birth rates: a systematic review and meta-analysis. Human Reproduction Update, 28(3), 432-445.

  • Wunschkind Klinik Wien. (2025). ICSI & IVF-Fonds Informationen. https://www.wunschkind.at

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